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Personen, Preise, Pointen |
|  | |  | Premieren Nicht nur im Theater bringt jede Spielzeit einige Premieren mit sich. Auch die "architektonische Spielzeit 2008" hat einiges zu bieten: Museen, Einkaufzentren (wer hätte das gedacht?), Sportstätten, ...
Nachdem 2006 bereits das Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart und im vergangenen Jahr die BMW-Welt in München (siehe Magazin 42/07) eingeweiht wurden, eröffnet Porsche in der zweiten Jahreshälfte nun auch endlich sein neues Museum in Stuttgart-Zuffenhausen. Wie ein eben gelandetes Ufo wird das Projekt des Wiener Architekturbüros Delugan Meissl Associated Architects wirken, die als Sieger aus einem europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb hervorgegangen waren. Allein der Rohbau verschlang 21.000 Kubikmeter Beton. Die Gesamtmenge des verbauten Stahls wird sich auf 6.000 Tonnen belaufen – wen wundert’s bei bis zu 60 Meter weit spannenden Stahlträgern. Lange Treppenfluchten terrassieren im Innern des Gebäudes die Ausstellungsfläche. Die Ausstellung umfasst zukünftig 5.000 Quadratmeter, daneben gibt es 200 Quadratmeter Museumsshop, weitere 500 für Gastronomie, einen Konferenzbereich und nicht zuletzt eine Classic-Werkstatt mit 1.000 Quadratmetern.
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|  | |  | Eine völlig andere Sprache spricht der Neubau der Sammlung Brandhorst in München. Aus drei Volumen setzt sich der einfache, längliche Baukörper zusammen und macht "nur" durch die unterschiedlichen Farben und Farbnuancen der Fassadenbekleidung auf sich aufmerksam. Vertikal angeordnete Keramikstäbe, zuvor in sechs Farbtönen glasiert, werden vor einer horizontal gefalteten Blechfassade angebracht. Den Wettbewerb zu diesem Projekt hatten Sauerbruch und Hutton aus Berlin bereits 2002 gewonnen, die Fertigstellung ist ebenfalls für die zweite Jahreshälfte geplant. In unmittelbarer Nähe der Pinakothek der Moderne markiert der Kopfbau die Süd-Ost-Ecke des Münchner Museumsquartiers. Auf rund 3.200 Quadratmeter wird sich die Ausstellungsfläche vergrößern, die Brutto-Geschossfläche beträft insgesamt 12.100 Quadratmeter. Die Privatsammlung von Udo und Anette Brandhorst umfasst weit über 700 bedeutende Werke wegweisender Künstler des 20. Jahrhunderts. Der Schwerpunkt liegt auf Werken der klassischen Moderne sowie Werken von Künstlern, die die Kunst der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts maßgeblich prägten. |
|  | |  | Der Blick in die benachbarte Schweiz richtet sich nach Bern, genauer gesagt in den Stadtteil Brünnen, der am westlichen Ende Berns liegt. Dort soll im Oktober das größte Einkaufs- und Freizeitzentrum Europas, das Westside, seine Pforten öffnen. Schräge Wände und Stützen, spitz zulaufende Fensterbänder und nur wenige rechte Winkel weisen eindeutig auf den Architekten dieses Gebäudes hin. 60 Geschäfte und Boutiquen (23.500 qm), dazu Restaurants und Bars (3.000 qm), Fitness und Wellness (10.000 qm), ein Kino mit elf Sälen (2.400 Plätze), ein Hotel mit 144 Zimmern und eine Altersresidenz umfasst der Entwurf von Daniel Libeskind. In der Nachbarschaft sollen 800 Wohnungen für 2.700 Menschen entstehen. Dank einer neuen S-Bahn-Station ist das Einkaufszentrum auch an den ÖPNV angeschlossen. Besonders stolz ist die Bauherrin, die Neue Brünnen AG, auf das Minergie-Label, das dem Gebäude verliehen wurde – allerdings erst einmal provisorisch. Der darin geforderte Standard entspricht etwa einem Passivhaus in Deutschland. 85 Prozent des Energieverbrauchs sollen mit Holzschnitzeln, Wärmepumpen und Wärmerückgewinnung aus Kühlanlagen gedeckt werden. Die restlichen 15 Prozent werden durch Erdöl gedeckt. sh |
Bild: www.contractworld.com |  | |  | Promis in Hannover Büro-, Hotel- und Ladenbau sind die Themen jeder Contractworld, 2008 (12. bis 15. Januar) kommt als aktuelles Thema "Bildung und Erziehung" dazu. Weil sich auch in der Architektenschaft ein funktionierendes Starsystem ausgebildet hat, kommt kaum ein Kongress um die Stararchitekten herum – in Hannover tritt am 15. Januar unter anderem Daniel Libeskind auf, der sich in Deutschland immer seltener blicken lässt. Am 12. Januar wird Eric Owen Moss erwartet – und wer sonst noch anreist, um aus dem Baukästchen zu plaudern, sehen Sie in der Programm-Übersicht der Contractworld. Weil die Teilnehmerzahl auf 500 begrenzt ist, muss man sich anmelden. Parallel zeigt die Domotex in Hannover, was sich bei den textilen Bau- und Einrichtungsmaterialien tut. Am 12. und 13. Januar steht allgemein die Materialentwicklung im Bauwesen zur Diskussion, diese Sektion hat sich als contractworld.materials etabliert. Am 12. Januar wird abends um 17.30 Uhr auch der diesjährige contractworld.award vergeben. ub |
Bild: www.newyork-architects.com/asymptote |  | |  | Promis in Köln Nicht nur auf der Contractworld in Hannover geben sich die Promis ein Stelldichein, sondern auch in Köln anlässlich der imm cologne 08, der Internationalen Einrichtungsmesse (14.-20. Januar). 1.300 Aussteller aus rund 60 Ländern präsentieren ihre neuesten Entwicklungen aus allen Bereichen des Wohnens. Und auch das Rahmenprogramm hat einiges zu bieten. Am 15. und 16. Januar finden die Lunches for Architects statt, zu denen world-architects.com als Partner des Architecture Code Cologne mit eingeladen hat. Thema ist in diesem Jahr das Gastland der imm – die Niederlande. Ein ausgewähltes Publikum wird am Dienstag mit Lise Anne Couture von Asymptote Architecture in New York zusammentreffen, am Mittwoch ist Ben van Berkel vom UN Studio in Amsterdam als Ehrengast geladen. Ein weiterer Höhepunkt ist das Forum for Architects, zu dem am Samstag, 19. Januar, Peter Berner, Roberto Eduard Meyer, Kim Herforth Nielsen und Dr. Dirk Schubert in Köln sind. Von 10.00-13.00 Uhr werden sie unter der Moderation von Reinhard Hübsch (SWR) über das Thema "Revival der Hafenstädte" diskutieren. Parallel zur imm 08 finden im gesamten Kölner Stadtgebiet die Passagen 2008 statt. Galerien, Designbüros, Hochschulen und viele mehr beteiligen sich an der Interior Design Week mit Vernissagen, Kulturshows und Cocktails. Last but not least gibt der Verein Jugend Architektur Stadt in der kommenden Woche auch dem jüngeren Teil der Bevölkerung die Möglichkeit, sich mit dem Thema Architektur zu beschäftigen. Unter dem Motto "Kinder(T)Räume" können sich 7- bis 16-Jährige als Jungdesigner betätigen. sh |
|  | |  | Presseschau 1|2008 Das offizielle Kammerblatt titelt "Energie – Was zu tun ist". Alles dreht sich um Energie, und weil Öl die 100-Dollar-Preismarke überschritten hat und bis 2020 doppelt so teuer werden soll, wird’s schon recht sein. Alles öko – archplus hatte im Oktober bereits den Klimawandel auf dem Titel, viel Lesenswertes im Heft und schaute im Dezember zum indischen Kontinent. Der Baumeister nimmt im B1 2008 ein Vollbad, kümmert sich um Wellness, Spa, Beauty und wie das ganze Angebot bei erschlafften Muskeln und müden Sinnen auch immer heißt. Die Klientel sinnenfroher Freizeitplayboys und unternehmungslustiger Provinzschönheiten wächst und wächst. Wolfgang Bachmann nimmt auf Seite 1 das 40-Jährige des Jahres 1968 zum Anlass, um nach der Apo heute zu suchen, erwähntes Klimawandel-Heft der Kollegen von archplus zu empfehlen und nostalgisch an kalte Kinderzeiten zu erinnern. Die db schaut nach Slowenien und Kroatien – von dort aus schaut man nach Westen und sucht Anschluss. Schließlich ein Blick in die Publikumspresse: Die letzten drei "Spiegel"-Ausgaben widmeten sich jeweils einem Architekturthema. Zwar lag das Wochenblatt – wie so oft beim Thema Architektur oder Städtebau – nicht gerade auf der Höhe der Zeit; so ging es zwar in Heft 52/07 um die aktuelle Berliner Schlossplatzdebatte. Aber was das PR-Interview mit dem in autoritären bis totalitären Staaten bauenden Albert Speer jr. in Heft 51/07 sollte, erschloss sich leider nicht. Nun heißt es in der Ausgabe 1/08, man stelle deutsche Architekten vor, die im Ausland sehr erfolgreich sind, und also auch jemanden wie Christoph Ingenhoven, der mit dem Bauen beispielsweise in China nichts zu tun haben will. Um nicht allzu sehr als Moralapostel aufzutreten, argumentiert Ingenhoven eher in Richtung Urheberrecht, Berufsansprüche, gerechte Bezahlung – wo diese Parameter stimmen, baut auch er. Arme Architekten, wo sollen sie noch hinreichend Geld verdienen? Wo super viel Geld fürs Bauen ausgegeben wird und manch ein Architekt gern einen Krümel vom großen Kuchen abbekommen könnte, muss man sich fragen, woher das viele Geld wohl kommt. Wie die Entwicklung der Managergehälter deutlich macht, konzentriert sich das Kapital immer seltener dort, wo es fein und stets rechtens zugeht. Mit einem weltumspannenden, nicht mehr an Demokratien gebundenen Kapitalismus kommt man dann irgendwann in die Bredouille... ub |
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