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Personen, Preise, Pointen |
|  | |  Entwürfe von Leonhardt, Andrä und Partner mit Jean-Jacques Zimmermann, VIC-Brücken- und Ingenieurbau und Schlaich Bergermann und Partner. | Wettbewerb und Brückenbaukultur Dass es um den baukulturellen Rang von Brücken in Deutschland seit geraumer Zeit nicht allzu gut bestellt ist, hat sich bis in die zuständigen Gremien bei Bund und Ländern oder bei der Bahn herumgesprochen. Erfreulich ist deswegen, dass immer häufiger Wettbewerbe für Brücken ausgelobt werden, um daran etwas zu ändern. Jüngstes Beispiel: Bei Wittenberge quert demnächst die Autobahn A 14 die Elbe, deren Tal an dieser Stelle zwar nicht zum Welterbe der Unesco gehört, aber dennoch nicht verschandelt werden darf. Für die Teilnahme am Wettbewerb zur Autobahnbrücke – bislang steht hier eine kleinere Straßenbrücke, die alle Preisträger erhalten möchten – bewarben sich 28 Büros, fünf kamen zum Zuge, und gewonnen hat das Büro Leonhardt, Andrä und Partner mit Jean-Jacques Zimmermann, gefolgt von VIC-Brücken- und Ingenieurbau aus Potsdam und Schlaich Bergermann und Partner. Das Ingenieurbüro Grassl mit Zaha Hadid ging leer aus. So sehr die Konkurrenz für die Gestaltungsansätze zu begrüßen ist, so sehr muss gleichzeitig befürchtet werden, dass Mode und Spektakel im Brückenbau Gang und Gäbe werden. Die "Welle" als formale Idee in den Brückenbau zu übertragen, muss man in Wittenberge zum Beispiel keineswegs als gute Idee bezeichnen, denn bei solchen Spannweiten sind die Sicht versperrenden Konstruktionshöhen mit etwa sechs Metern und mehr beträchtlich. Wer über die Brücke fährt, wird von der Landschaft nur einseitig etwas zu sehen bekommen. Die zweitplatzierte Brücke erinnert mit ihren runden Formen sehr an die Blobs, die auch in der Architektur nur selten gelingen. Hier ist nicht nachzuvollziehen, warum die Tunnelwirkung der Konstruktion in Kauf genommen worden ist. Es blieb leider nur ein "Klassiker" im Rennen, dem man die Realisierung gegönnt hätte: die Schrägkabelbrücke, die nach allen Seiten freie Sicht gewährt und nicht als gewellter Balken, sondern als elegantes, brückentypisches Zeichen seine hier individuell ausgearbeitete Wirkung entfaltet. Bleibt eine Anmerkung zur Darstellung: Allen Teilnehmern wurde ein Foto als Grundlage für eine vergleichbare Perspektive zum Einmontieren des Brückenentwurfs zur Verfügung gestellt. Kann es akzeptiert werden, dass LAP die Witterung zu einem Postkarten-Azurblau mit weißen Schäfchenwölkchen aufhellten? Darf Gut’-Wetter-Machen im Wettbewerb erlaubt sein?
Karl Rüdiger Kurtz
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www.stiftung-elbphilharmonie.de |  | |  | Alles wird teurer und keiner hat davon gewusst!? 5.149 Euro bot das ebay-Mitglied "hansebuy" alias Allegro Art im September 2006 für die Teilnahme an der "Helmkampagne" (siehe Bild links). Unter dem Motto "Und jetzt sind Sie dran" warb die Stiftung Elbphilharmonie für die skurrile Auktion. Jetzt sind leider nicht mehr nur die dran, die freiwillig das Hamburger Prestigeprojekt unterstützen wollen, sondern alle Steuerzahler der Hansestadt. Um bis zu 20 Millionen Euro könnten die Baukosten steigen, obwohl ein Festpreis von 241,3 Millionen Euro vereinbart worden war. Der Sondertopf der Bürgerschaft für "unvorhergesehene Ereignisse", der mit rund 10 Millionen Euro gefüllt ist, reicht dafür nicht mehr aus. Schuld an dem Schlamassel soll das zu warme Elbwasser sein, das zur Klimatisierung des Konzerthauses verwendet wird. Steigt dessen Temperatur über 27 °C, lässt der Kühleffekt nach, ein zusätzliches Kühlsystem muss für angenehm temperierte Räume sorgen. Das nur 6 °C warme Grundwasser soll’s nun richten, denn es wird – den neuen Planungen zufolge – bei Bedarf nach oben gepumpt.
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Bild: Transrapid international GmbH & Co KG/ Thyssen Krupp |  | |  | Nicht eine Preissteigerung von rund acht Prozent, sondern von stolzen achtzig Prozent brachte das Münchner Prestigeprojekt Transrapid nun endgültig zu Fall. In den Verträgen zum Bau der rund 37 Kilometer langen Strecke zwischen dem Hauptbahnhof und dem Flughafen "Franz Josef Strauß", die im September vergangenen Jahres unterzeichnet worden waren, rechneten alle Beteiligten mit Baukosten in Höhe von 1,85 Milliarden Euro. Neuen Schätzungen zufolge, welche die beteiligten Baukonzerne Ende vergangener Woche vorlegten, hätten nun 3,4 Milliarden Euro aufgebracht werden müssen. Zuviel, entschieden Bundesverkehrsminister Tiefensee und Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein. Mit den Schuldzuweisungen ist es nun wie mit einer heißen Kartoffel: Lieber schnell an den Nächsten weitergeben, bevor man sich selbst die Finger daran verbrennt. Die Stellungnahme eines Hochtief-Sprechers macht allerdings stutzig: Die Kosten seien im Herbst noch nicht überschaubar gewesen. Warum, bitte, wurden dann die Verträge unterschrieben? Oder wollte man Edmund Stoiber doch ein "kleines" Abschiedsgeschenk bereiten? Der Fachmann staunt, der Laie wundert sich und wie's nun weitergeht, weiß keiner. sh |
Bilder: Wolfgang Feil/ Architekturzentrum Wien; PAUHOF; ARTEC |  | |  Das Grottenbad Flora in Innsbruck von Josef Lackner (1969-70),
"Synthese Museum Wien" von PAUHOF (1987) und der Wohnbau Tokiostraße von ARTEC (2006) | Ein Pavillon, drei Positionen "Out there. Architecture Beyond Building" lautet das Thema der 11. Architektur Biennale von Venedig. Dem Direktor Aaron Betsky geht es dabei nicht um das Gebaute selbst, sondern die Architektur davor, dahinter und dazwischen. "Before Architecture – Vor der Architektur" wählte die Kuratorin des Österreichischen Pavillons, Bettina Götz, dementsprechend als Thema für den Beitrag Österreichs. Die Mitbegründerin von ARTEC Architekten und Professorin an der Universität der Künste Berlin möchte einen subjektiven Blick auf die österreichische Szene wagen, indem sie sich auf drei Positionen konzentriert. Nicht der Mainstream, sondern Außenseiter beziehungsweise individuelle Standpunkte sollen dabei im Mittelpunkt stehen. Zum einen werden der im Jahr 2000 verstorbene Tiroler Architekt Josef Lackner und seine Arbeitsweise anhand fünf ausgewählter Projekte vorgestellt. Lackner beschäftigte sich mit dem vorgegebenen Raumprogramm und entwickelte daraus Architektur. Das Spannende war für ihn nicht die Bauaufgabe selbst, sondern die Möglichkeiten, die sich aus der Auseinandersetzung ergaben. Im Gegensatz zu Josef Lackner, der den vorgegebenen Rahmen zur Grundlage seiner Entwürfe machte, hinterfragen die Architekten des zweiten Programmteils bereits die ihnen gestellten Aufgaben. Michael Hofstätter und Wolfgang Pautzenberger von PAUHOF Architekten sehen Architektur nicht als Dienstleistung, sondern wollen einen langfristigen Mehrwert für die Gesellschaft erreichen. Das dritte Thema des österreichischen Beitrags ist der Wohnbau. Bettina Götz merkte auf der Pressekonferenz an, dass auch dieser in einer Art Außenseiterrolle gesehen werden kann, da die Architektur dort im Allgemeinen vernachlässigt wird. Als neutraler Beobachter wird der Berliner Architektursoziologe Werner Sewing Interviews mit sieben österreichischen Architekten führen. Dabei soll auch ergründet werden, wie die Voraussetzungen aussehen müssen, dass Wohnbau wieder Entwurfsthema wird. Eine international besetzte Konferenz zum Thema Wohnbau soll diesen Teil am 3. und 4. Oktober abrunden. Die drei Programmteile sollen individuell präsentiert werden und trotz einer stimmigen Gesamtpräsentation klar ablesbar bleiben. Nicht unterschätzt werden dürfe laut Bettina Götz die dazu gehörige Publikation: nur diese werde schließlich die Ausstellung überdauern.
Astrid Meyer |
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