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Personen, Preise, Pointen |
|  | |  | Rauschen im Opernwald "Dussmann gefällt er gar nicht" titelte BILD und meinte den Entwurf des Architekten Klaus Roth, der im Wettbewerb für den Umbau der akustisch lausigen Staatsoper den ersten Preis bekommen hatte (Bild links). Der Mäzen Peter Dussmann steuert mit seinem Förderverein 30 Millionen Euro zur Sanierung bei, die von der Öffentlichen Hand nicht aufgebracht werden können, und glaubt offenbar, ein Wörtchen mitreden zu können. Im Einzelnen: 1951 hatte Richard Paulick den Wiederaufbau des Opernhauses "in Anlehnung an Knobelsdorffs Original", aber mit recht eigenwilliger Dekorationslust begonnen. Akustisch bewährte sich sein Entwurf nicht, auch die Sichtqualität ließ zu wünschen übrig. So wurde nun ein Wettbewerb für die Erneuerung des Saales ausgelobt, den Klaus Roth mit einer Zweidrittelmehrheit gewann. Außen und großteils auch innen bleibt alles beim Alten, nur beim eigentlichen Zuschauersaal konzipierte Roth etwas Neues. Und schon sind in Berlin wieder die Fronten aufgestellt: Paulicks zwar denkmalgeschützte, aber etwas kleinbürgerliche Nostalgie-Dekoration solle erhalten bleiben, fordern Klaus Wowereit und sein Staatssekretär André Schmitz, und sehen sich offenbar mit den Förderern einig. Der Generalmusikdirektor der Staatsoper Daniel Barenboim, dem die Aufmerksamkeit für die Musik über alles gehen muss, favorisiert aber klar Klaus Roths zeitgenössische Lösung, die mit ansteigendem Parkett und auf die Bühne ausgerichteten Reihen eine erhebliche Verbesserung der Opernaufführung und -wahrnehmung erwarten lässt. Einiges scheint wieder typisch schief zu laufen: Ein Mäzen erweist sich doch nicht als Mäzen, weil er an seine finanzielle Unterstützung ein Mitspracherecht knüpft. Damit wird ein Wettbewerb mal wieder ad absurdum geführt, weil Mäzen, Politik und zumindest Teile der Medien die Juryentscheidung als beliebig verhandelbar deklassieren. Die Musiker? Das Publikum? Könnten bei all dem mal wieder das Nachsehen haben. ub |
|  | |  | Architekturzeichnungen ersteigern Als das Deutsche Architekturmuseum 1984 eine große Ausstellung zum Thema "Architekturzeichnung" zeigte und einen von Winfried Nerdinger konzipierten Katalog dazu herausgab – bis heute ein Standardwerk –, hatte sich bereits ein gewinnorientierter Markt für Architekturzeichnungen entwickelt. Bereits 1979 fand bei Sotheby’s die erste Verkaufsausstellung ausschließlich für Architekturzeichnungen statt, wobei die Preise zwar nicht in gigantische Höhen kletterten, aber eine solide Geldanlage signalisierten. Ums Geld geht es natürlich auch bei den Auktionen, mit denen die Gesellschaft der Freunde des Deutschen Architekturmuseums e.V. das Ausstellungshaus unterstützt. Die Freunde stiften Zeichnungen, Modelle und Fotografien, die anschließend versteigert werden und deren Erlös dem DAM zugute kommt. Die zweite Auktion dieser Art findet nun am 14. Juni ab 14 Uhr im Auditorium des DAM statt, die Vorbesichtigungen beginnen am Dienstag, den 10. Juni, jeweils ab 11 Uhr bis 18 oder 20 Uhr – genaue Informationen finden Sie hier. Dieses Jahr mit im Angebot: eine Zeichnung von Richard Meier, siehe Bild links, ein schönes Jean-Luc-Valentin-Foto von Ronchamps und manches für andere Geschmäcker. Zur Auktion erscheint auch ein Katalog. ub |
Bilder: Simone Hübener; Plan: HBC |  | |  Jeder Würfel ist anders zoniert und hat eine andere Fassade (oben). Dank einer indirekten Beleuchtung sieht Typ 2 bei Nacht richtig chic aus. Der Grundriss dieser Box ist in drei Zonen aufgeteilt (Mitte + unten). | Leben auf nur neun Quadratmetern, geht das? Ein großer Teilbereich der bayrischen Landesgartenschau 2008 in Neu-Ulm ist dem Thema "Wohnen und Gärtnern im 21. Jahrhundert" gewidmet. Architekten und Designer präsentieren im Glacis neuartige, flexible und teilweise ziemlich ungewöhnliche Häuser, in denen wir in gar nicht allzu ferner Zukunft vielleicht selbst leben werden. Ein kleines, aber umso spannenderes Projekt haben Studenten der Architektur und des Bauingenieurwesens der Hochschule Biberach beigesteuert. In drei kleine Wohnwürfel mit nur drei Metern Kantenlänge wurde alles gepackt, was der Mensch so zum (Über-) Leben braucht: Bett und Schreibtisch, Toilette und Dusche, eine kleine Küche, möglichst viel Stauraum und ein Internet-Anschluss. Doch funktioniert dieses Konzept wirklich? Im Selbstversuch wollte ich eine Antwort auf diese Frage finden und bin deshalb über ein Wochenende in den Würfel "Typ 2" gezogen. Auf der einen Seite sind in dieser Box Küche und Nasszelle angeordnet, auf der gegenüberliegenden Seite befinden sich Tisch, Apothekerschrank und ein Klappbett. Durch diese Zweiteilung wird der "Wohnraum" zu einem schmalen Streifen, der mehr einem Verkehrsweg denn einem Aufenthaltsbereich gleicht. Um in und aus dem Bett zu kommen, musste ich über eine Kombination aus Regal und Leiter klettern, was sich im morgendlichen Halbschlaf als Herausforderung erwies. In der Dusche lauerte allerdings bereits die nächste Tücke, da die ursprünglich geplante Schiebetür einem einfachen Duschvorhang gewichen war. Wer sich beim Duschen in die falsche Richtung dreht, setzt den ganzen "Wohnraum" unter Wasser. Doch Übung ist alles: Beim zweiten Mal wusste ich Bescheid und einem gemütlichen Wochenende in meinem temporären Zuhause stand nichts mehr im Wege. Die Belüftung funktioniert bei diesem Typ über die beiden Fenstertüren sehr gut und dank einer indirekten Beleuchtung in Decke und Boden gibt der kleine Würfel nachts ein richtig elegantes Bild ab. Bei allen drei Wohnboxen handelt es sich um Prototypen, weswegen natürlich noch die eine oder andere Kleinigkeit verbessert werden sollte, doch summa summarum darf man den Studenten und ihren Betreuern zu einem gelungenen Experiment gratulieren. Bleibt zu hoffen, dass sich ein Interessent findet, der mit seinem Engagement die Würfel zur Serienreife führt und wir vielleicht künftig statt in einem schnöden Hotelzimmer in einer dieser chicen kleinen Boxen nächtigen können. sh |
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