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Umbau Altes Hauptkrankenhaus - Neubau Gesundheitszentrum Klinik Vincentinum Augsburg
Begrenzt offener Wettbewerb mit Bewerbungsverfahren Jury Prof. Hans Nickl, Vors. Claudia Düll-Buchecker Wolfgang Glaser Irene Lohaus Gerd Merkle Winfried Schmidbauer 1. Preis wulf & partner Stuttgart mit Jetter Landschaftsarchitekten Stuttgart 2. Preis Spreen Architekten München 3. Preis Kamm Architekten Stuttgart 4. Preis Berger Röcker Architekten Stuttgart |
Komplexität auf mehreren Ebenen wulf & partner mit Jetter Landschaftsarchitekten gewinnen den Wettbewerb um den Umbau des Alten Hauptkrankenhauses und den Neubau des Gesundheitszentrums Klinik Vincentinum in Augsburg. Tobias Wulf stellt sich unseren Fragen zum Wettbewerb. LageplanWorin lag die Herausforderung der Aufgabenstellung? In der Komplexität auf mehreren Ebenen: Städtebaulich war zwischen dem dominanten Alten Hauptkrankenhaus, einer Kirche, einem Kraftwerk und dem schwer integrierbaren Krankenhaus Vincentinum zu vermitteln. Funktional war eine separate Erschließung verschiedener Bereiche wie Arztpraxen, Rehaklinik, Orthopädie, Chirurgie, sowie mehrerer OP-Trakte mit Anbindung an das Krankenhaus zu bewältigen. Und nicht zuletzt waren strenge denkmalpflegerische Anforderungen an das Bauvolumen und die Fassadentypologie sowie Erhaltung der schlecht belichteten Raumstruktur im Alten Hauptkrankenhaus zu erfüllen. All diese Aspekte in der richtigen Gewichtung und Tiefe zu erfassen und zu bearbeiten machte den Reiz der Aufgabenstellung aus. Ansicht NordWelche Rolle kommt den Freiräumen in Ihrem Entwurf zu? Aufgrund der städtebaulichen Randbedingungen war die gewünschte Raumbildung (beispielsweise ein gemeinsamer Vorplatz) teilweise nur mit Mitteln der Freiraumgestaltung möglich. Diese wurden hier formal stringent und raumbildend eingesetzt, zum Beispiel durch gestufte Baumreihen im Übergang zum Kraftwerksareal im Norden. Auf der anderen Seite sind durch die Kappung von zwei Straßen neue Außenraumsituationen entstanden, die jeweils den passenden Charakter bekommen mussten. Die Auseinandersetzung mit dem von einer hohen Mauer eingefassten alten Krankenhausgarten gehörte aufgrund der Stärke der vorhandenen Typologie eher zu den leichteren Übungen in diesem Zusammenhang. Ohne intensive Bearbeitung der Freiräume ist ein Wettbewerb zu Recht kaum zu gewinnen. ErdgeschossWie werden Umbau und Neubau künftig genutzt? Die Ausloberin des Wettbewerbs ist Eigentümerin des Gesamtareals - also beider Liegenschaften und sucht nach einem wirtschaftlich und funktional vertretbaren Gesamtkonzept. Da die Sanierungskosten des Hauptkrankenhauses noch nicht umfassend ermittelt worden sind, bestehen noch Unklarheiten, ob und inwieweit es als Erweiterungsmöglichkeit für das Gesundheitszentrum dienen könnte. Ansonsten sind unter anderem vorgesehen: Montessori-Kindergarten, Staatsakademie, Künstlerateliers, Gastronomie und Büros. Sinnvoll wäre es aus meiner Sicht, das Gesundheitszentrum (Neubau) und das Alte Hauptkrankenhaus (Umbau und Sanierung) als ein zusammenhängendes Projekt zu entwickeln. 1. Obergeschoss und Parkdeck 2. und 3. Obergeschoss Querschnitt durch den NeubauWelches Energiekonzept schlagen Sie vor? Wir möchten das Projekt nach den Prinzipien des "green-building-Standards" realisieren. Das heißt, dass es nicht um spektakuläre Einzelmaßnahmen geht, sondern um ein Gesamtpaket aller Aspekte, die im Zusammenhang stehen mit dem Energieverbrauch bei der Errichtung des Bauwerks und dessen Betrieb. In diesem Fall möchte ich beispielhaft nur die Nutzung des vorhandenen Grundwassers zu Kühlungszwecken erwähnen – das Areal ist von sogenannten Stadtbächen durchzogen – und auf die Dauerhaftigkeit und gestalterische Nachhaltigkeit der vorgeschlagenen Ziegelfassade verweisen. Fassade in Schnitt und AnsichtGibt es schon ein Zeitfenster, bis wann das Projekt realisiert sein soll? Liegt Ihnen schon eine Beauftragung vor? Zunächst müssen wir das unvermeidliche VOF-Verfahren, in das der Wettbewerb eingebettet ist, unbeschadet überstehen. In einem ersten Gespräch hat der Bauherr seinen Willen zum Ausdruck gebracht, unser Büro zu beauftragen, weil er hinter der Entscheidung des Preisgerichts und unserem Entwurf steht. Auf Anforderung haben wir zwischenzeitlich Kosten überschlägig ermittelt und den Einzugs-Wunschtermin des Bauherren in einen groben Zeitplan umgesetzt. Demnach könnte die Fertigstellung, wenn alles "flutscht" circa Ende 2011 sein. Ob das mit dem Alten Hauptkrankenhaus auch so schnell geht ist nicht gewiss. Aber ein gewonnener Wettbewerb erhöht immer den Zweckoptimismus. Ansicht OstDas eMail-Interview führte Peter Petz |
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