Bilder: Donauer Solartechnik |  | |  | Grüner Strom statt grünem Gras Über den Sinn von sportlichen Großereignissen wurde im Zusammenhang mit den Olympischen Winterspielen im kanadischen Vancouver in den vergangenen Wochen einmal mehr heftig diskutiert. Denn ob Sportveranstaltungen solchen Ausmaßes ökonomisch und ökologisch vertretbar sind, muss bezweifelt werden. In Garmisch-Partenkirchen wird im nächsten Jahr zwar keine Olympiade stattfinden, dafür aber die Ski-Weltmeisterschaft 2011. Und dort hat man sich das lobenswerte Ziel gesteckt, das ganze Spektakel weitgehend CO2-neutral von statten gehen zu lassen. So soll im Hinblick auf den Klimaschutz ein Zeichen gesetzt werden. Einen entscheidenden Beitrag dazu leistet eine Photovoltaik-Freilandanlage, welche das bayerische Unternehmen Donauer Solartechnik für die Garmischer Gemeindewerke auf einer brachliegenden Mülldeponie errichtet hat. Die Anlage mit einer Leistung von 1,2 MWp wird rund 320 Haushalte mit Strom versorgen. So lassen sich jährlich 712 Tonnen CO2 einsparen. Eingebettet zwischen zwei Waldgebieten, gleichen die aneinandergereihten Module aus der Vogelperspektive einem schmalen Band. Planung und Bau der Anlage waren für das Projektteam eine Herausforderung, da das Gelände 860 Meter ü. NN liegt und die Oberfläche versiegelt ist. So mussten die Fundamente beispielsweise mit Spezialmaschinen gesetzt werden, da bei Starkregen die Wassermassen nicht versickern konnten. Auch bei der Auswahl der Produkte musste auf die erhöhte Wind- und Schneelast in den Bergen Rücksicht genommen werden. Die 5.510 Module von S-Energy, einer Tochterfirma des koreanischen Herstellers Samsung, sind dank ihrer robusten Bauweise dafür sehr gut geeignet. Gehalten werden sie von 146 klappbaren Freilandgestellen von Intersol, der Markenname, unter dem die Donauer Solartechnik ihr selbst entwickeltes Photovoltaikmontagesystem und ihre eigenen Solarthermieprodukte vertreibt. Und damit schließlich und endlich der produzierte Strom in der richtigen Form ins Netz eingespeist werden kann, montierten die Arbeiter 147 Wechselrichter aus dem Hause Kostal, einem Familienunternehmen mit Stammsitz in Lüdenscheid. Bei so viel gebündeltem Wissen bleibt nur noch zu hoffen, dass die ersten zaghaften Strahlen der Märzsonne die Wolken bald gänzlich vertreiben und die Module viel Strom erzeugen können. sh
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|  | |  Ursa vermarktet PureOne als "neuen Hochleistungsdämmstoff" und begründet diese "Hochleistungsfähigkeit" mit dem umweltfreundlichen Acrylbindemittel auf Wasserbasis. Der Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit bleibt dagegen mit 0,035 beziehungsweise 0,040 W/(mK) im Bereich des Üblichen. Man darf sich fragen: Worauf bezieht sich nun die Hochleistung? | PureOne – wen juckt's? Die wahre Mannesreife erlangt nur, wer ein Kind gezeugt, einen Baum gepflanzt und ein Haus gebaut hat. Die Reihenfolge ist egal, wichtig ist: selbst Hand angelegt zu haben. Keine Frage, das Zeugen des Kindes möchte kein Mann delegieren. Beim Baum pflanzen und Haus bauen sieht es dagegen schon anders aus. Gibt es da nicht Handwerker, die das viel besser können – vor allem ein Haus bauen? Spätestens wenn man(n) schweißüberströmt die Glaswolle zwischen die Sparren drückt, der Nacken juckt und der Hals kratzt, übertönen die Flüche unweigerlich den Mannesstolz. Dämmen mit juckender Mineralwolle ist keine angenehme Arbeit, zumal auch schon gesundheitliche Bedenken im Raum standen – die Diskussion um Biolöslichkeit und Krebsverdacht ist allen in guter Erinnerung. Seit 1.6.2000 gilt die Verbotsordnung, wonach die Herstellung und Verwendung von biobeständigen künstlichen Mineralfasern nicht mehr zulässig ist. Es wurde festgelegt, dass Fasern, die beim Verarbeiten in den menschlichen Körper gelangen, möglichst rasch abgebaut werden müssen. Die Halbwertszeit der Fasern heutiger Mineralwolledämmstoffe liegt bei weniger als zwanzig Tagen. Auch noch genug. Zum Vergleich: Alte Glasfasern benötigen im Körper 150 bis 200 Tage, bis sie zur Hälfte abgebaut sind, die eindeutig krebserzeugenden Asbestfasern sogar mehr als hundert Jahre(!). Nach wie vor sind Gesundheit und Verarbeitung bei Mineralfaserdämmstoffen daher ein wichtiges Thema – die Konkurrenz, allen voran die Hersteller ökologischer Dämmstoffe, setzt genau hier den Hebel an und versucht mit geringer Umweltbelastung und eben gesundheitlichen Aspekten zu punkten. Größter Nachteil der Öko-Dämmstoffe: die lausigen Lambda-Werte (Wärmeleitfähigkeit), die mit dickeren Dämmstofflagen kompensiert werden müssen. Der Dämmstoffhersteller Ursa hat nun mit PureOne einen "Hochleistungsdämmstoff" für Innenräume mit weißer Weste im Programm: Er ist frei von Formaldehyd und anderen flüchtigen Bestandteilen, enthält weder Phenole noch Lösungsmittel, keine Farbstoffe aber auch keine organischen Inhaltsstoffe. Den Verarbeiter und Do-it-yourself-Mann freut's, denn der weiche Dämmstoff reizt die Haut nicht mehr, ist geruchsneutral und lässt sich nahezu staubfrei schneiden und zwischen die Sparren klemmen. Auch was die derzeit viel diskutierte Nachhaltigkeit angeht, sieht sich Ursa mit guten Argumenten gerüstet: Über fünfzig Prozent Altglasanteil für die Herstellung der Fasern und eine erhebliche Energieeinsparung beim Herstellungsprozess durch die Verwendung eines zu hundert Prozent recycelbaren Acrylbindemittels auf Wasserbasis. Alles Vorteile, die PureOne als einen umweltfreundlichen Mineraldämmstoff klassifizieren, der sich dazu juck- und staubfrei verarbeiten lässt. Eine Revolution? Die ökologische Dämmfraktion vernimmt's gelassen und verweist darauf, dass auch formaldehydfreies Acryl noch ein polymeres Bindemittel ist und viele andere Mineralwollehersteller mit solchen Kniffen versuchen, Zellulose, Hanf und Co. das Wasser abzugraben. Gepriesen wird PureOne als "Hochleistungsdämmstoff aus natürlichen Rohstoffen", der aber bei genauerem Hinsehen an natürlichen Bestandteilen – wie gehabt – die für Mineralwolle ohnehin üblichen unverdächtigen Grundstoffe Quarzsand, Wasser und (Alt-)Glas enthält. Also außer dem wasserbasierten Acrylbindemittel nichts grundlegend Neues oder Anderes. Auch der eher durchschnittliche Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit gibt mit 0,035 beziehungsweise 0,040 W/(mK) kaum Anlass, von einem "modernen Hochleistungsdämmstoff" zu sprechen. Jedenfalls ist mit diesem Wert kein revolutionärer Vorteil gegenüber den Öko-Dämmstoffen auszumachen, die im Bereich zwischen 0,039 bis 0,045 liegen. Hier muss Ursa zügig nachlegen, zumal das Innendämmsystem Ursa Click bereits mit 0,032 W/(mK) im eigenen Haus die Messlatte ein gehöriges Stück weiter oben fixiert hat. Gelingt das nicht, wird es schwer, Planern, Bauherren und Investoren den um dreißig Prozent höheren Preis für PureOne schmackhaft zu machen, der alleine aus dem teuren Acrylbindemittel resultiert. Unbestritten sind die gesundheitlichen Vorteile für den Verarbeiter – doch "juckt" das den Auftraggeber, der beim Zücken der Brieftasche mit dem Dämmstoff ohnehin nicht in Berührung kommt? Es sei denn, er ist ein wahrer Mann mit Kind und Baum ohne Haus… si
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