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Personen, Preise, Pointen |
|  | |  | Geschichte in Stuttgart: einmal gebaut, einmal zerstört Gleich zwei wichtige Wettbewerbe wurden in den vergangenen Wochen in Stuttgart entschieden. Zum einen begutachtete die für das Stadtmuseum zuständige Jury die überarbeiteten Pläne der beiden noch verbliebenen Büros, zum anderen nahm das Preisgericht die eingereichten Entwürfe für den Karlsplatz unter die Lupe. Das Stadtmuseum soll nach dem Willen der Verantwortlichen ab Frühjahr 2014 den Stuttgartern und allen Zugezogenen Wissenswertes rund um ihre Heimatstadt präsentieren. Als Ort dafür wurde das Wilhelmspalais auserkoren, in dem heute noch die Stadtbücherei untergebracht ist. Am 15. Mai 2009 hatte die Jury des Architektenwettbewerbs zwei Sieger gekürt und sie um die Überarbeitung ihrer Pläne gebeten (wir berichteten). Seit dem 26. Februar stehen die Stuttgarter Architekten Lederer, Ragnarsdottir, Oei zusammen mit Jangled Nerves, ebenfalls Stuttgart, als Sieger fest. Das Wilhelmspalais wird nun also komplett entkernt und neu ausgebaut werden. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Entwurf die Achse zwischen Kunstmuseum und Wilhelmspalais, die sich durch das Foyer hindurch nach Südosten fortsetzt (im Bild oben; Bild: LRO). Präzise platzierte Öffnungen sollen in Kombination mit historischen Bildern den Bezug zwischen Vergangenheit und Gegenwart herstellen (zweites Bild von oben; Bild: Jangled Nerves). Das Konzept der Architektur und Ausstellungsgestaltung mag also durchaus wertvoll und gelungen sein, doch die Unterteilung von Geschichte in gut und schlecht muss weiterhin kritisiert werden. Apropos schlecht. Die dunklen Seiten der Historie scheinen einige in Stuttgart verstecken zu wollen. Denn beim Wettbewerb zur neuen Bebauung am Karlsplatz haben alle Architekten dem Wunsch der Auslober nach riesigen Flächen für Einzelhandel, verschiedene Ministerien, Restaurants und einem Fünf-Sterne-Hotel nachgegeben und den Abriss des als Gestapozentrale genutzten Hotels Silber vorgesehen. Mit 19 von 25 Stimmen votierte die Jury für den Entwurf von Behnisch Architekten, Stuttgart, die mit ihren zwei Baukörpern verschiedene Fluchten der umgebenden Bebauung aufnehmen (siehe Modellfoto Mitte; Bild: Hans-Joachim Wuthenow). Deren teilweise immense Höhe soll durch eine niedrig gehaltene Rasterfassade mit aufgesetzter und leicht nach hinten verschobener Dachlandschaft optisch verkleinert werden (viertes Bild von oben; Bild: Architekten). Wenig Beachtung schenkten die Architekten – wie fast alle anderen Teilnehmer auch – dem ehemaligen Hotel Silber, so dass auch die Jury der Meinung war, hier müsse der Entwurf noch deutlich bearbeitet werden. Deshalb soll eigens für die Gestaltung der Gedenkstätte nun ein neuer Wettbewerb ausgeschrieben werden. Den hätte man sich mit dem dritten Preis des Berliner Büros Sauerbruch Hutton vielleicht sparen können. Die Berliner Architekten sahen in ihrem Entwurf zwar auch keinen Platz für das historische Gebäude, dem historisch wichtigen Ort begegneten sie aber dennoch angemessener als alle anderen Teilnehmer. Sie sehen nämlich vor, das Gebäude, welches über dem Keller der Gestapozentrale angeordnet ist, zu "beschneiden" und mittels eines Glasfußbodens bereits von der Straßenebene den Blick nach unten freizugeben. Darüber hinaus ist dieser Entwurf, der mit drei Baukörpern arbeitet, auch städtebaulich und architektonisch eine interessante Alternative (siehe Modellfoto unten; Bild: Hans-Joachim Wuthenow). Doch leider lässt sich darin nicht die geforderte Geschossfläche unterbringen. sh |
|  | |  Ein angemeldetes Objekt in Nordrhein-Westfalen: Haus der Essener Geschichte von Frank Ahlbrecht, AFS Ahlbrecht – Felix – Scheidt Generalplaner. | Der Sommer kommt Der Sommer beginnt am 15. Mai. Nein, nicht der kalendarische und auch nicht der meteorologische. Der Architektursommer 2010. Allerdings nur in Sachsen. In Hamburg wird es nur alle drei Jahre Sommer und in Hessen haben die Oberbürgermeister von Darmstadt und Wiesbaden gerade einen regionalen Architektursommer vorgeschlagen. Alle anderen Bundesländer veranstalten einen Tag der Architektur und haben sich zumindest weitgehend auf ein gemeinsames Datum geeinigt. So steht das letzte Juniwochenende ganz im Zeichen der Architektur. Im Anmeldeverfahren und Anmeldeschluss herrscht jedoch großes Durcheinander. Mal konnte, wer wollte, sich bis 29. Januar anmelden, mal bis 5. März und ganz viele Termine gab's im Februar. Dabei ist der Tag der Architektur gar keine neue Erfindung. Die meisten Bundesländer richten den diesjährigen Tag zum 16. Mal aus. Da dürfte man so langsam auf den Gedanken kommen, dass es in absehbarer Zeit möglich wäre, ein einheitliches Bewerbungsverfahren mit einheitlichem Anmeldeschluss festzulegen. Wer sich über die Veranstaltung informieren möchte, ist mit der Internetseite tag-der-architektur gut beraten. Dort lassen sich die einzelnen Bundesländer anwählen und (nur) in den meisten Fällen wird man direkt zu den aktuellen Seiten für den diesjährigen Tag der Architektur weitergeleitet. Da die Anmeldefristen gerade erst abgelaufen sind (in Thüringen geht's noch bis 28. März), gibt es bisher noch kein Programm – man muss sich also noch ein wenig gedulden. Immerhin weiß man schon, wo die bundesweite Auftaktveranstaltung stattfinden wird: Im neuen Terminal des Kieler Hafens, das im Büro KSP Jürgen Engel entworfen wurde. Petra Bohnenberger
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|  | |  | Nonstandard Magazines GAM, das Grazer Architecture Magazin hat es nach dem Beginn 2004 nun bis zur sechsten Ausgabe geschafft. Zu einem vorgegebenen Thema werden Vorschläge für Beiträge erbeten, die dann von einer Jury geprüft und ausgewählt werden. "Nonstandard Structures" ist das Thema der aktuellen Ausgabe, und es scheint, als gehe der Zeitschrift ein wenig die Luft aus. Denn die 17 Beiträge unterscheiden sich in ihrer Aktualität erheblich, sind teilweise schwer zu lesen, was den besseren Beiträgen schadet. Dabei ist es durchaus richtig, nach der Relevanz von "Nonstandard", nach der ersten Phase der Euphorie nach dem Potenzial des Computers für die weitere Architekturentwicklung zu fragen – allerdings leistet ein Teil der Beiträge genau diese kritische Reflexion der Pionierphase nicht. Wir hoffen auf die nächste Nummer, allerdings lässt das verschwurbelte Thema sie bereits wieder ein wenig sinken. Es lautet: "Zero Landscape. Unfolding Active Agencies of Landscape". Immerhin ist sie eine der wenigen deutschsprachigen Ausgaben, die die Beiträge mit einem Expertenbeirat auswählt. In einem ähnlichen, an wissenschaftlichen Standards orientierten Verfahren werden seit Neuestem auch bei Candide die Entscheidungen über Veröffentlichungen getroffen, Candide will aber ohne ein Thema auskommen. Sie wird vom Lehr- und Forschungsgebiet Architekturtheorie der RWTH Aachen herausgegeben und widmet sich der Frage, wie Wissen in der Architektur angeeignet, akkumuliert und weitergeben wird. Candide, die Figur Voltaires, die auf der Suche seiner Liebe die Welt durchstreift und dabei allerhand Katastrophen erleben muss, war der Namenspatron dieser Zeitschrift, deren Herausgeber es sich vorgenommen haben, zweimal jährlich eine Ausgabe zu veröffentlichen. Wie Candide wollen die Herausgeber mit dem Leser die weite Welt der Architektur durchwandern – und sollten dabei nicht nur katastrophale Erfahrungen machen. Ein thematisches Korsett geben sie sich nicht, dafür eines der Textgattungen. Fünf Beiträge füllen diese erste Ausgabe, jeder in einer Rubrik – Essay, Analyse, Begegnung, Projekt, Fiktion – und das soll auch in Zukunft so sein. Bernard Cache sucht neue Zugänge zu Vitruv, Susanne Schindler interviewt Axel Kilian und Arnold Walz (hier wäre eine den Text straffende Redaktion wünschenswert gewesen), Wilfried Kühn stellt (vielleicht ein wenig spät) den Entwurf seines Büros Kühn Malvezzi für das Humboldt Forum vor, Robert Gassner untersucht den Wohnraum als Akteur in den Biografien seiner Bewohner und Ulrich Pantle zeigt, dass unsere Vorstellungen von Stadt und Architektur durch Kinderbücher konditioniert werden. Mit der überschaubaren Anzahl von Beiträgen und der anregenden Themenvielfalt scheint ein Format gefunden, das es nicht nur eingefleischten Theoretikern leicht machen kann, sich der Architekturtheorie zu stellen. 91 Grad erschien zum ersten Mal 2007, sie wurde von Eternit Österreich und Cembrit herausgegeben und wollte nicht nur anspruchsvoll sein, sondern (leider) auch das Bauen mit Faserzement in den Mittelpunkt stellen. "Natur" war das Thema der vierten und vorerst letzten Ausgabe; das vorläufige Ende ist einer Unternehmensumstrukturierung geschuldet. Die Homepage der Zeitschrift wurde gelöscht, über sie ist bereits kein offizieller Hinweis mehr im Netz zu finden. Hochkarätige Autoren hatte man für die letzte Ausgabe gewinnen können (so etwa Philipp Ursprung, Dietmar Steiner, Margherita Spiluttini, Elke Krasny), das Design hatte den Red Dot Award erhalten, aber durch Texte etwa über die Nachhaltigkeit von Faserzement in einer Zeitschrift dieser Herausgeber wurde das Bemühen der Redaktion um gute Beiträge doch wieder diskreditiert. Dies war bei aller Qualität die Schwäche der Zeitschrift, und das teilt sie mit anderen dieser Art. Zwischen Werbeaspekt und redaktioneller Unabhängigkeit lässt sich ein Profil oder ein Anliegen nicht ansiedeln. Vielleicht ringen sich Unternehmen, denen die Auseinandersetzung mit Architektur wirklich ein Anliegen ist, doch dazu durch, ihr Engagement nicht an die Werbung für die eigene Sache zu knüpfen. Warum nicht eine Stiftung gründen, die Candide, GAM oder ein anderes Medium unterstützt? ch
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|  | |  | Film der Woche Audi will das Auto der Zukunft bauen und knüpft ein Netz zu anderen Zukunftsplanern: Architekten wie BIG aus Kopenhagen oder Jürgen Mayer H. aus Berlin. Hier geht's zum Film bei architekturclips. |
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